Kolonialgeschichte am Ufer - Von Gröben zu May Ayim

5. Juli bis 27. Oktober 2013

1683 gründete Otto Friedrich von der Gröben an der Westküste Afrikas das Fort Großfriedrichsburg. Sein Auftraggeber, der brandenburgische Kurfürst Friedrich Wilhelm, war fasziniert von den Überseegeschäften der Holländer. Um selbst vom transatlantischen Dreieckshandel zu profitieren, baute er eine eigene Flotte auf und beteiligte sich an der Gründung der Brandenburgisch-Afrikanischen Compagnie. Von Großfriedrichsburg aus verschleppte diese Handelsgesellschaft unter dem Schutz des Kurfürsten Tausende versklavte Menschen auf Zuckerplantagen in der Karibik.

Im 19. Jahrhundert wurden der „Große Kurfürst“ und Otto Friedrich von der Gröben als Vorbilder für eine neuerliche Expansionspolitik verehrt. 1895 sorgte Kaiser Wilhelm II. persönlich dafür, dass eine Straße an der Spree den Namen Gröbenufer erhielt. Der Kaiser traf damit einen Nerv der Zeit: Nachdem Deutschland dem Kreis der Kolonialmächte beigetreten war, wuchs in der Bevölkerung die Begeisterung für den Kolonialismus.

Die Doppelkaianlage, in der die Ausstellung gezeigt wird, wurde für Ausflugsschiffe gebaut, die zu der weltberühmten Gewerbeausstellung und ihrer beliebten Kolonialausstellung im Treptower Park fuhren. Solche Kolonial- und Völkerschauen prägten einen von Rassismus und Exotismus bestimmten Blick auf die deutschen Eroberungen in Übersee. Kolonialwaren wie Kaffee, Tee und Schokolade wurden immer begehrter.

Bis 2010 behielt das Gröbenufer seinen Namen. Die Umbenennung markiert den Beginn eines Paradigmenwechsels in der Berliner Erinnerungspolitik. Jetzt ehrt die Straße May Ayim. Die deutsch-ghanaische Aktivistin und Lyrikerin ist durch ihre wissenschaftlichen Arbeiten und durch ihre Gedichte eine zentrale Persönlichkeit
der Bewegung Schwarzer Deutscher geworden.

Konzept und Gestaltung:
Angela Martin und Hanna Sjöberg

Spreeraum am May-Ayim-Ufer 9, 10997 Berlin

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