»Auf Wunsch der SPD in Urlaub«

26. August bis 28. Oktober 2007

Ausstellung zum 100. Geburtstag des Kreuzberger Bürgermeisters Willy Kressmann

Willy Kressmann (1907–1986) war in der Nachkriegszeit einer der populärsten Politiker Berlins. Während seiner Amtszeit als Kreuzberger Bürgermeister von 1949 bis 1962 gestaltete er den Wiederaufbau der Stadt wesentlich mit. Seinen Ruf verdankte er unkonventionellen Handlungsweisen. Schlagzeilen machte er beispielsweise mit seinen Aktionen zur Förderung des freien Wettbewerbs im Kampf gegen den »Schwarzmarkt« und mit der Erhebung von Wegezoll für Kraftfahrzeuge aus dem Ostsektor. Mit direkten Kontakten zu den Verwaltungsbehörden der angrenzenden Ostberliner Bezirke, die er ohne Absprache knüpfte, wollte er die »Mauer des Schweigens« brechen. Folge seiner Alleingänge in deutschlandpolitischen Fragen vor und nach dem Bau der Mauer war sein Sturz als Bürgermeister von Kreuzberg durch die eigene Partei: Auf seine Visitenkarte ließ er nach seiner Abwahl Ende 1962 die Zeile »auf Wunsch der SPD in Urlaub« drucken.

 

Anlässlich seines 100. Geburtstags widmete das Kreuzberg Museum dem unkonventionellen Kommunalpolitiker eine Ausstellung. Sie zeigte Stationen seines Lebens von der Arbeiterbewegung der Weimarer Zeit über das Exil in Großbritannien bis zur heißen Phase des Kalten Krieges vor und nach dem Mauerbau. Sie gab Auskunft über Kressmanns Positionen zur Berlin-Frage, zur Wirtschaftspolitik und zur Verwaltungsreform. Gleichzeitig wurde mit Fotos, Dokumenten, Filmsequenzen und Toneinspielungen ein Stück Berliner Nachkriegsgeschichte dokumentiert: der Wiederaufbau des Innenstadtbezirks Kreuzberg nach den Zerstörungen des Krieges, die Neuansiedlung von Gewerbe und die Bemühungen um Demokratisierung. Nicht zuletzt ging die Ausstellung der Frage nach, was den »Mythos Kressmann« bis heute ausmacht.

Hier können Sie Ausstellungstexte zu Leitet Herunterladen der Datei einKressmanns Biografie und zum Leitet Herunterladen der Datei ein"Mythos Kressmann" im Word-Format herunterladen.