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Stolpersteinverlegungen in Friedrichshain-Kreuzberg

Dienstag, 6. Oktober 2020, 12:55 – 13:40

Yorckstraße 82: 4 Steine für Frida Katschinsky, Bernhard, Henriette und Marion Susanne Badasch
von Nachbarn initiiert

In der Yorckstr. 82 lebte bis zu ihrer Deportation die jüdische Familie Badasch / Katschinsky.
Frida Katschinsky (geb. 1889 in Berlin) heiratete 1915 den jüdischen Geschäftsführer Salo Katschinsky (gest. 1922) und lebte mit ihm in Fürstenberg. Frida Katschinsky zog 1930 mit ihrer Tochter Rose-Marie Henriette (geb. 1916 in Fürstenberg) zurück nach Berlin und wohnte seit April 1935 in der Yorckstr. 82, im ersten Stock des Quergebäudes in einer 4-Zimmer-Wohnung. Rose-Marie Henriette ergriff den Beruf der Stenotypistin & Kontoristin und arbeitete in einem Immobilienbüro. Sie heiratete 1936 Bernhard Hirsch Badasch, (geb. 1914 in Berlin). Er war zum Zeitpunkt der Hochzeit kaufmännischer Angestellter. Nach der Hochzeit wohnte das junge Ehepaar auch mit in der Yorckstr. 82. Tochter Marion Susanne kam 1936 zur Welt. Bernhard Badasch musste Zwangsarbeit als Bauhilfsarbeiter leisten. Seine Frau Rose-Marie Henriette war Fabrikarbeiterin in einer Buchbinderei und Druckerei.

Frida Katschinsky, Bernhard, Henriette und Marion Susanne Badasch wurden am 17.11.1941 nach Kaunas (Litauen), Fort IX deportiert. Sie wurden dort am 25. November 1941 erschossen.

https://goo.gl/maps/KhQYNqzZNoBymhos8

Mittwoch, 7. Oktober 2020

9:00 – 9:35              
Friedrichstraße 217:  1 Stolperstein für Else Behrendt

von Familienangehörigen initiiert

In der Friedrichstr. 217 lebte bis kurz vor ihrer Deportation die jüdische Geschäftsfrau Else Behrendt. Elsbeth Rebekka (genannt Else) Rosenberg kam 1885 in Stolp / Pommern als Tochter eines jüdischen Kaufmanns zur Welt. Nach ihrer Geburt zog die Familie nach Berlin. 1909 heiratete sie den jüdischen Kaufmann Alfred Behrendt. Sie bekamen 3 Söhne: Heinz (geb. 1910), Erwin (geb. 1911) und Günther (geb. 1913). Ihr Mann verstarb 1917 im Alter von nur 33 Jahren. Nun war es an Else Behrendt, für den Lebensunterhalt der Familie zu sorgen. Familie Behrendt war 1917 gerade in das Haus Zimmerstr. 22 gezogen, dessen Verwalterin Else von 1918 bis 1922 war. Bald begann sie, mit mehreren Angestellten eine Kürschnerei in der Zimmerstr. 22 zu betreiben.1933 begann der Betrieb unter dem Boykott jüdischer Geschäfte zu leiden. Sie musste sich verkleinern und zog im Frühjahr 1935 in die Friedrichstr. 217. 1939 musste sie ihre Tätigkeit ganz einstellen. Am 10. September 1943 wurde Else Behrendt nach Theresienstadt deportiert. Von dort wurde sie am 15. Mai 1944 nach Auschwitz verschleppt, wo sie wahrscheinlich gleich nach der Ankunft ermordet wurde. Ihre beiden älteren Söhne waren emigriert, der jüngste Sohn Günther wurde mit seiner Frau und seinem Sohn ebenfalls in Auschwitz ermordet.

10:30 – 11:05         
Bergfriedstraße 6:  3 Stolpersteine für Isidor, Elise und Gisela Kohn

von Nachbarn initiiert

In der Fürstenstr. 15  – das Haus existiert heute nicht mehr, dort befindet sich heute die Bergfriedstr. 6 – lebte bis zu ihrer Deportation die jüdische Familie Kohn. Isidor Kohn kam 1867 in Schöneck/Westpreußen (heute in Polen) zur Welt. Er heiratete um 1896 die 1872 in Preußisch-Holland/Ostpreußen geborene Elise Wohl. Das Paar bekam 4 Söhne und 4 Töchter. Isidor Kohn verdiente den Lebensunterhalt der Familie als Kaufmann, Elise Kohn war Hausfrau. Die Familie übersiedelte um 1920 nach Berlin, dort betrieb Isidor Kohn ein Kolonialwarengeschäft in der Wrangelstr. 136 in Kreuzberg. In den frühen 1930er Jahren zog die Familie in die Fürstenstr. 15. Die älteste Tochter Ilse brachte 1933 in Berlin ein Mädchen namens Gisela zur Welt. Ilse war zum Zeitpunkt der Geburt nicht verheiratet, Ilse und Gisela wohnten ebenfalls in der Fürstenstr. 15. Im März 1939 wurde Ilse Kohn von der Gestapo verhaftet und ins KZ Ravensbrück verschleppt. Es gelang der Familie, für Ilse eine Einreiseerlaubnis nach England zu beschaffen, sie wurde daraufhin im Juli 1939 aus dem KZ entlassen und wanderte nach England aus. Ihre Tochter Gisela konnte sie aber nicht mitnehmen, diese blieb bei den Großeltern. Isidor und Elise Kohn wurden am 3.10.1942 nach Theresienstadt deportiert. Isidor Kohn starb dort am 30.5.1943, seine Frau Elise am 25.8.1943. Nach der Deportation der Großeltern lebte Gisela bei Pflegeeltern, bis sie am 4. März 1943 nach Auschwitz deportiert und ermordet wurde.

11:15 – 11:45         
Eisenbahnstraße 34:  1 Stolperstein für Philipp Braunhart

Bernhard Philipp Braunhart kam 1891 in Schubin / Provinz Posen als Sohn eines jüdischen Kürschnermeisters zur Welt. Er war das achte von elf Kindern. Er erlernte den Beruf des Schneiders und übersiedelte mit seiner Familie nach dem Ersten Weltkrieg nach Berlin. Er heiratete 1925 Else Schmalenbach, geb. 1902 in Berlin, das Paar bekam 3 Kinder: Horst (geb. 1925), Gisela (geb. 1930) und Bernhard (geb. 1931). Die Kinder wurden wie ihre Mutter evangelisch getauft. 1933 zog die Familie in die Eisenbahnstr. 34 (das Haus existiert nicht mehr, heute etwa Nr. 36). Dort betrieb Philipp Braunhart eine Maßschneiderei für Herren und Damen, diese begann jedoch bald unter dem Boykott jüdischer Geschäfte zu leiden. Vor dem Geschäft standen SA-Posten mit einem Schild „Kauft nicht beim Juden“, Fenster und Wände wurden mit den damals üblichen Beschimpfungen beschmiert. 1940 musste Philipp Braunhart die Schneiderei schließen und die Familie die Wohnung verlassen. Else Braunhart nahm die Portiersstelle in der Eisenbahnstr. 32 an, dadurch bekam die 5-köpfige Familie im selben Haus eine Ein-Zimmer-Wohnung. Aufgrund des zunehmenden Drucks sahen sich Else und Philipp Braunhart gezwungen, 1942 die Scheidung einzureichen. Sie wollten dadurch auch ihre Kinder davor beschützen, als „Volljuden“ behandelt und deportiert zu werden. Philipp Braunhart wurde Ende Mai 1942 festgenommen und nach Sachsenhausen verschleppt, wo er am 6. Juli 1942 ermordet wurde.

MITTAGSPAUSE

12:50 – 13:25         
Görlitzer Straße 42:  3 Stolpersteine für Charlotte, Amalie und Toni Heimann

von Nachbarn initiiert

In der Görlitzer Str. 42 lebte bis zu ihrer Deportation die jüdische Familie Heimann. Charlotte Heymann kam 1866 in Schlochau / Westpreußen zur Welt. Sie heiratete 1893 in Berlin den kaufmännischen Angestellten Leopold Heimann, das Paar bekam 6 Kinder: Adolf (geb. 1893), Otto (geb. 1895), Amalie (geb. 1898), Margarethe (geb. und gest. 1899), Toni (geb. 1900) und Max (geb. 1906). Seit 1915 bewohnte die Familie eine 4-Zimmer-Wohnung im Erdgeschoss des Vorderhauses in der Görlitzer Str. 42. Leopold Heimann führte dort eine Papierhandlung. Die Söhne Adolf und Otto dienten als Soldaten im Ersten Weltkrieg. Otto starb 1916 in Flandern an einer Verwundung, Adolf geriet 1918 verwundet in englische Gefangenschaft. Charlotte Heimann und die Töchter Amalie und Toni arbeiteten offenbar in der Papierhandlung mit und führten das Geschäft auch weiter, nachdem Leopold Heimann 1935 verstorben war. Doch bald mussten sie das Papiergeschäft aufgeben und Tochter Toni bei Zeiss Ikon in Zehlendorf, Amalie bei der Firma Pertrix in Niederschöneweide Zwangsarbeit leisten. Der älteste Sohn Adolf starb 1941 an den Folgen eines Leidens aus dem Ersten Weltkrieg. Charlotte Heimann wurde am 31.8.1942 nach Theresienstadt deportiert, wo sie am 16. September 1942 ums Leben kam. Ihre Töchter Amalie und Toni wurden am 12. Januar 1943 nach Auschwitz deportiert und ermordet. Das Schicksal des jüngsten Sohnes Max ist unbekannt.

13:35 – 14:35         
Dirschauer Straße 13:  3 Stolpersteine für Regina Rosenfeld, Alfred und Ida Holdstein

von Nachbarn initiiert

In der Dirschauer Str. 13 lebte bis zu ihrer Deportation die jüdische Familie Rosenfeld / Holdstein. Regina Rosenfeld kam 1888 als Chaje Riwe Kaufmann in Przemysl / Galizien (damals Teil des Habsburgerreichs) zur Welt. Sie heiratete den Kaufmann Isak Rosenfeld und 1912 wurde in Przemysl Tochter Ida geboren. Die Familie übersiedelte nach Berlin, wo 1914 die jüngere Tochter Selma zur Welt kam. Nach dem Tod ihres Mannes musste Regina Rosenfeld den Lebensunterhalt der Familie bestreiten. Sie lebte mit ihren Töchtern seit etwa 1934 in der Dirschauer Str. 13. Tochter Ida heiratete 1936 Alfred Holdstein. Er war 1911 in Graudenz / Westpreußen zur Welt gekommen, seine Familie 1920 nach Berlin übersiedelt. Zum Zeitpunkt der Eheschließung war er kaufmännischer Angestellter in einem Kaufhaus in Friedenau, Ida war arbeitslos. Nach der Hochzeit wohnte das junge Ehepaar auch in der Dirschauer Str. 13. Alfred Holdstein hatte ein gutes Einkommen, das der Familie eine bürgerliche Lebensführung ermöglichte, bis das Kaufhaus 1939 liquidiert wurde, da der Eigentümer Jude war. Alfred Holdstein musste dann bei einer Tiefbau-Firma Zwangsarbeit leisten. Regina Rosenfeld, Ida und Alfred Holdstein wurden am 18.10.1941 mit dem 1. Osttransport in das Ghetto Lodz deportiert. Regina Rosenfeld kam im Ghetto am 13. Mai 1942 ums Leben, nur 2 Wochen später, am 27. Mai, starb auch ihre Tochter Ida. Alfred Holdstein wurde von dort am 6. Juli 1944 in das Vernichtungslager Kulmhof (Chelmno) deportiert und ermordet.

14:25 – 15:00          
Samariterstraße 8:  2 Stolpersteine für Sophie Levy und Pauline Scholz

von Nachbarn initiiert

In der Samariterstraße 8 lebten bis zu ihrer Deportation die jüdischen Schwestern Sophie Levy und Pauline Scholz. Sophie Levy wurde am 25.04.1873, Pauline Levy am 03.03.1877 in Berlin als Tochter eines jüdischen Kaufmanns geboren. Pauline Levy heiratete 1904 den Arbeiter Julius Adolf Scholz. Laut Berliner Adressbuch wohnte das Ehepaar Scholz seit 1922 in der Samariterstr. 8. Im Quergebäude im ersten Stock hatten sie eine Zwei-Zimmer-Wohnung mit Küche. Mitte der 1920er Jahre starb der Ehemann von Pauline Scholz. Seit wann sie mit ihrer Schwester zusammenlebte, ist nicht bekannt. Pauline Scholz wurde am 13. Januar 1942 nach Riga deportiert, wo sie ermordet wurde. Sophie Levy wurde am 23. Juni 1942 nach Theresienstadt verschleppt, von dort am 19. September 1942 in das Vernichtungslager Treblinka deportiert und ermordet.

https://goo.gl/maps/SNnmEudeYQUDe2VR6

Es handelt sich bei den Stolperstein-Verlegungen um Veranstaltungen unter freiem Himmel, so dass das Ansteckungsrisiko – nach aktuellem Kenntnisstand – deutlich geringer sein sollte, als bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen. Wir möchten Sie dennoch bitten, vor Ort auf die Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 Metern zwischen Personen aus verschiedenen Haushalten zu achten. Zudem sollte ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, um das Ansteckungsrisiko aller Beteiligten weiter zu minimieren.

Stolpersteine zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus

"Stolpersteine" sind in den Bürgersteig eingelassene Pflastersteine mit Messingtafeln, die an den früheren Wohnorten der Opfer des Nazi-Regimes über deren Schicksal informieren. Über 800 Stolpersteine wurden bisher von Gunter Demnig, dem Initiator des Projektes, im Bezirk verlegt. Um Stolpersteine vor möglichst vielen Friedrichshainer und Kreuzberger Häusern im Bürgersteig verlegen zu können, werden weitere Paten gesucht, die bereit sind, mit jeweils 120 Euro die Herstellung eines Steins zu finanzieren. Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg finanziert die Stolpersteine, deren Verlegung von Angehörigen initiiert wird. Dies hat die Bezirksverordnetenversammlung im Frühjahr 2017 beschlossen.

Weitere Informationen erhalten Sie bei:
Stolpersteinprojekt für Friedrichshain-Kreuzberg
stolpersteinefhxb-museum.REMOVE-THIS.de

Auf dem Portal www.stolpersteine-berlin.de können Sie in der Rubrik "Orte und Biografien" recherchieren, wo in Friedrichshain und Kreuzberg Stolpersteine verlegt sind. Dort finden Sie Biografien der Opfer. Dieser Bereich des Portals wird ständig ergänzt und erweitert, so dass es möglich ist, sich umfassend über das Stolperstein-Projekt in Berlin zu informieren.