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Vor Ort: Stolpersteine

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Verlegung von 11 neuen Stolpersteinen in Kreuzberg

Am Sonnabend, 28. August 2021 wurden elf weitere Stolpersteine vom Künstler Gunter Demnig in Kreuzberg verlegt.

In der Schleiermacherstraße 14 wird nun an Charlotte Lehmann und Lilly Silberstein erinnert. Charlotte Lehmann kam 1863 in Königsberg, im ehemaligen Ostpreußen, als Tochter eines jüdischen Kaufmanns zur Welt. Ihre Familie übersiedelte um 1890 nach Berlin. 1891 heiratete sie den Kaufmann Jacques Lehmann und zog nach der Hochzeit zu ihm nach Hamburg. 1892 kam ihre Tochter Lilly zur Welt. Ende der 1890er Jahre zog die junge Familie zurück nach Berlin, wo Jacques Lehmann als Fabrikdirektor tätig war. Seit 1907 wohnten sie in der Baerwaldstraße, wo Charlotte Lehmann ab 1909 ein Stickerei-Atelier betrieb. Ihr Mann Jacques Lehmann starb 1918 im Alter von 59 Jahren.
Tochter Lilly heiratete 1920 den Kaufmann James Silberstein, geb. 1875 in Berlin. Dieser verstarb 1931. Mutter und Tochter zogen 1934 zusammen in die Schleiermacherstraße 14 und verdienten ihren Lebensunterhalt weiterhin als Stickerinnen.
Als Jüdinnen wurden Charlotte Lehmann und Lilly Silberstein am 3. Oktober 1942 nach Theresienstadt deportiert. Charlotte Lehmann überlebte die unmenschlichen Lebensbedingungen im Ghetto nur wenige Tage. Sie starb am 21. Oktober 1942.
Kurz vor Kriegsende gelang es dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz nach langen Verhandlungen mit der SS, Juden und Jüdinnen aus Theresienstadt in kriegspolitisch „neutrale“ Länder zu retten. Dazu gehörte auch Lilly Silberstein. Sie konnte am 6. Februar 1945 in die Schweiz ausreisen und lebte dort bis zu ihrem Tod 1981.

Initiiert wurden die beiden Stolpersteine für Charlotte Lehmann und Lilly Silberstein von einer engagierten Anwohnerin.

 

Zur Erinnerung an Walter Silberstein, Lothar Ebel und Bertha Silberstein wurden in der Freiligrathstraße 4 drei Stolpersteine verlegt. Walter Silberstein kam 1910, seine Schwester Bertha Silberstein 1912 in Berlin zur Welt. Die Mutter der beiden war katholischen Glaubens, der Vater gehörte der jüdischen Religionsgemeinschaft an. Walter Silberstein erlernte den Beruf des Kaufmanns. Bertha Silberstein arbeitete u.a. als Haushaltshilfe. Ihre Mutter verstarb 1935. Ab Ende der 1930er Jahre lebten Walter und Bertha Silberstein mit ihrem Vater Max Silberstein in der Freiligrathstr. 4. Sie zogen 1939 dort aus, da sie als Jüd*innen immer stärker bedrängt und belästigt wurden.
Bertha Silberstein musste in einem Rüstungsbetrieb Zwangsarbeit leisten. Aus Angst vor der Deportation tauchte sie bei Bekannten unter. Sie wurde jedoch von der Gestapo verhaftet und war daraufhin von Januar bis April 1942 im „Arbeitserziehungslager“ Fehrbellin inhaftiert, wo sie körperlich schwere Zwangsarbeit leisten musste. Nach ihrer Entlassung aus dem Lager lebte sie bis zum Kriegsende untergetaucht in Berlin.
Ihr Vater Max Silberstein wurde Ende Februar 1943 im Rahmen der sogenannten „Fabrikaktion“ verhaftet und am 2. März 1943 nach Auschwitz deportiert und ermordet – für ihn gibt es bereits einen Stolperstein. Walter Silberstein tauchte nach der Verhaftung seines Vaters ebenfalls unter. Er lebte bis zur Befreiung versteckt bei verschiedenen Bekannten. Sein Sohn Lothar Ebel, geb. 1934, lebte mit dem Vater im Versteck.

Die Stolpersteine für Walter Silberstein, Lothar Ebel und Bertha Silberstein wurden von einem Angehörigen initiiert.

 

Mit der Verlegung von zwei neuen Stolpersteinen am Fraenkelufer 40 wird Alex und Helene Hammerschmidt gedacht. Hier lebte das jüdische Ehepaar bis zur Deportation.
Alex Hammerschmidt kam 1882 in Berlin zur Welt. Er erlernte den Beruf des Friseurs. 1905 heiratete er Helene Piltz, geb. 1887 in Berlin. Helene Piltz Vater war damals der Eigentümer des Hauses Kottbusser Ufer 61 (heute Fraenkelufer 40), in dem das junge Ehepaar auch wohnte. Im Parterre des Hauses betrieb Alex Hammerschmidt ein Friseurgeschäft. Um 1916 verkaufte die Familie das Haus, blieb aber dort wohnen.
Mit der schrittweisen Entrechtung und Verfolgung von Juden und Jüdinnen seit 1933 begannen auch Zwangsmaßnahmen gegen die Familie Hammerschmidt. Alex Hammerschmidt hatte mütterlicherseits jüdische Großeltern und galt für die Nationalsozialisten rechtlich als Jude, da er im jüdischen Glauben erzogen und mit einer Jüdin verheiratet war.
Alex Hammerschmidt wurde am 24. Juni 1942 nach Minsk deportiert und vermutlich direkt nach der Ankunft in einem Wald bei Maly Trostinec, in der Nähe von Minsk, von Angehörigen der Waffen-SS ermordet. Seine Frau Helene Hammerschmidt wurde am 1. März 1943 nach Auschwitz verschleppt und ermordet.

Eine engagierte Anwohnerin hat die Stolpersteine für Helene und Alex Hammerschmidt initiiert.

 

Ein Stolperstein am Planufer 92e erinnert an Olga Hirschfeld.

Olga Hirschfeld kam 1878 in Düsterbeck, Pommern, im heutigen Polen, als Tochter eines jüdischen Kaufmanns zur Welt. Sie war die älteste von 9 Geschwistern. Ende der 1890er Jahre zog die Familie nach Berlin. Nach dem Tod der Eltern lebte Olga Hirschfeld mit ihren Geschwistern in der Kurzen Straße 13. Diese Straße existiert heute nicht mehr, sie befand sich unmittelbar östlich des Alexanderplatzes. Olga Hirschfeld betrieb dort mit ihren Geschwistern in den 1920er Jahren ein Stoffgeschäft, seit 1930 verkaufte sie Strümpfe.

Die schrittweise Entrechtung und Verfolgung von Juden und Jüdinnen seit 1933 betraf auch Olga Hirschfeld. Aufgrund des Boykotts jüdischer Geschäfte musste sie ihren Laden vermutlich um 1937 schließen. Im Mai 1939 lebte Olga Hirschfeld im Haus am Planufer 92e. Die 64-jährige Olga Hirschfeld wurde am 2. März 1943 mit dem sogenannten „32. Osttransport“ nach Auschwitz deportiert, wo sie vermutlich gleich nach der Ankunft ermordet wurde. Ein Bruder von Olga Hirschfeld wurde ebenfalls in der Shoah ermordet. Zwei der Geschwister überlebten, drei waren rechtzeitig ausgewandert. Zwei Schwestern waren bereits in jungem Alter verstorben.

Eine Familienangehörige hat den Stolperstein für Olga Hirschfeld initiiert.

 

An Lenchen Metz erinnert nun ein Stolperstein in der Reichenberger Straße 151.

Als Lenchen Rothgießer kam sie 1871 in Ostrowo, in der damaligen preußischen Provinz Posen als Tochter eines jüdischen Kaufmanns zur Welt. Um 1877 zog ihre Familie nach Berlin, seit 1888 lebten sie in ehemaligen Berliner Postbezirk Kreuzberg 36. Sie heiratete 1894 den Friseur und Sanitäter Emil Salomon Metz, geb. 1866 in Sternin, Pommern. Lenchen zog zu ihrem Mann in die Manteuffelstraße, wo ihre Kinder Lisbeth (1894-1911), Alfred (1896), Fritz (1903) und Paula (1905) zur Welt kamen. Seit 1908 wohnte die Familie in der Manteuffelstr. 80.
1932 gab Lenchen Metz nach dem Tod ihres Mannes die Wohnung und das Friseurgeschäft in der Manteuffelstr. 80 auf und zog in die Reichenberger Str. 151. Auch die Familie Metz war von der Verfolgung von Juden und Jüdinnen durch die Nationalsozialisten betroffen. Am 31. August 1942 wurde Lenchen Metz nach Theresienstadt deportiert. Die unmenschlichen Lebensbedingungen im Ghetto überlebte sie nur wenige Monate. Sie starb am 19. Dezember 1942 im Alter von 71 Jahren. Ihr Sohn Fritz Metz kam am 16. Oktober 1942 in Sachsenhausen ums Leben, sein Bruder Alfred Metz überlebte die Shoah.

Der Stolperstein für Lenchen Metz wurde von einer engagierten Anwohnerin initiiert.

 

In der Forster Straße 36 lebten bis zur Deportation Charlotte und Leo Heymann.

Leo Heymann, 1885 in Berlin geboren, ergriff einen kaufmännischen Beruf. Charlotte Zirker kam 1905 in Tirschtiegel, in der damaligen preußischen Provinz Posen zur Welt. Sie lebte seit 1929 in Berlin und arbeitete als Haushaltshilfe. 1941 heirateten Leo Heymann und Charlotte Scholem. Sie lebten zuletzt in der Forster Straße 36 in Kreuzberg. Beide wurden am 27. Februar 1943 Opfer der sogenannten „Fabrikaktion“. Im Rahmen dieser wurden die letzten Berliner Juden und Jüdinnen, die in Berliner Rüstungsbetrieben Zwangsarbeit leisteten und deswegen zunächst von der Deportation verschont geblieben waren, verhaftet und deportiert. Leo Heymann wurde am 1. März 1943 mit dem sogenannten „31. Osttransport“ und Charlotte Heymann zwei Tage später mit dem sogenannten „33. Osttransport“ nach Auschwitz verschleppt und ermordet.

Eine engagierte Anwohnerin hat die Stolpersteine für Charlotte und Leo Heymann initiiert.

 

Stolpersteine, deren Verlegung von Angehörigen oder Nachfahren von Opfern des Nationalsozialismus initiiert wird, finanziert seit 2017 das Bezirksamt. Dieses Vorgehen hat die Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg mit einem Beschluss (DS/0417-15/V) bekräftigt.

Recherche und biografische Zusammenstellung: Christiana Hoppe.
Bearbeitet von der Geschäftsstelle Gedenktafelkommission Friedrichshain-Kreuzberg.

Fotos: Astrid Schiemann und Jürgen Kufus.

Stolpersteine zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus

"Stolpersteine" sind in den Bürgersteig eingelassene Pflastersteine mit Messingtafeln, die an den früheren Wohnorten der Opfer des Nazi-Regimes über deren Schicksal informieren. Über 800 Stolpersteine wurden bisher von Gunter Demnig, dem Initiator des Projektes, im Bezirk verlegt. Um Stolpersteine vor möglichst vielen Friedrichshainer und Kreuzberger Häusern im Bürgersteig verlegen zu können, werden weitere Paten gesucht, die bereit sind, mit jeweils 120 Euro die Herstellung eines Steins zu finanzieren. Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg finanziert die Stolpersteine, deren Verlegung von Angehörigen initiiert wird. Dies hat die Bezirksverordnetenversammlung im Frühjahr 2017 beschlossen.

Weitere Informationen erhalten Sie bei:
Stolpersteinprojekt für Friedrichshain-Kreuzberg

Astrid Schiemann
Sprechzeit: Mi 10–16 Uhr, Tel. 030 50 58 52 45
stolpersteinefhxb-museum.REMOVE-THIS.de

Auf dem Portal www.stolpersteine-berlin.de können Sie in der Rubrik "Orte und Biografien" recherchieren, wo in Friedrichshain und Kreuzberg Stolpersteine verlegt sind. Dort finden Sie Biografien der Opfer. Dieser Bereich des Portals wird ständig ergänzt und erweitert, so dass es möglich ist, sich umfassend über das Stolperstein-Projekt in Berlin zu informieren.


 
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