Dienstag, 10. Oktober 2017, 19:00 Uhr

Vortrag: 170 Jahre Bethanien  l  Kunstraum Kreuzberg

Am 10. Oktober 1847 hat der Bischof Neander das Bethanien als Diakonissenanstalt mit Lehrkrankenhaus eingeweiht. Anlass um an diesem Tag die Geschichte des Bethanien im Rahmen eines Vortrages von Dr. Dietlinde Peters zu reflektieren.
An diesem Tag ist die historische und originalerhaltene „Fontane Apotheke“ von 14 bis 21 Uhr im Bethanien für Sie geöffnet.

Michael Dewey ist vor Ort und wird über Theodor Fontane und Bethanien berichten.

Vortragsort: Kunstraum Kreuzberg, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin

Bethanien, Foto: Ellen Röhner
Bethanien, Foto: Ellen Röhner
Francis Seeck
Francis Seeck

Donnerstag, 12. Oktober 2017, 19:30 Uhr

„Jetzt ist die Zukunft von gestern“ (#12)  l  Dachgeschoss FHXB Museum

Francis Seeck: „Recht auf Trauer. Bestattungen aus machtkritischer Perspektive“(Buchvorstellung)
Wer ist betrauerbar? Ausgrenzung und Marginalisierung hören auch nach dem Tod nicht auf. Die Bestattungspraxis in Deutschland ist von Machtverhältnissen, insbesondere von Klassismus und Heteronormativität, geprägt. Die Schere zwischen den Menschen, die sich eine teure und individuelle Bestattung leisten können und jenen, denen das Geld für die Beerdigung fehlt, geht zunehmend auseinander. Aktuell werden immer mehr arme Menschen in Deutschland, für die keine Zugehörigen die Bestattungspflicht wahrnehmen (können), ohne Grabstein und Namen, ohne Trauerfeiern und Blumenschmuck von Gesundheits- und Ordnungshütern anonym bestattet. „Recht auf Trauer“ richtet den Blick auf die historische Kontinuität sozialer Ausgrenzung auf Friedhöfen bis hin zu den aktuellen Zuständen. Am Beispiel des Grab mit vielen Namen in Berlin-Kreuzberg wird deutlich wie ein Widerstand gegen das Vergessen aussehen kann. Die eigene Trauergeschichte des_der Autor*in, sowie verschiedene Lebensgeschichten anonym bestatteter Menschen, haben ebenfalls ihren Platz.
Moderation: Erik Steffen

Donnerstag, 19.Oktober 2017, 19:00 Uhr

Friedrichshain und Kreuzberg im Vergleich  l  Dachetage FHXB Museum

Hanno Hochmuth stellt sein neues Buch „Kiezgeschichte“ vor.
Nach der Teilung der Stadt lagen Friedrichshain und Kreuzberg an der Grenze zweier politischer Systeme. Sie standen vor ähnlichen gesellschaftlichen Herausforderungen und boten Freiräume für alternative Lebensformen und neue Gegenöffentlichkeiten. Nach der Wende haben sich beide Ortsteile langsam wieder angenähert und bilden seit 2001 einen gemeinsamen Stadtbezirk mit stetig wachsender Anziehungskraft und immer höher steigenden Mieten. Dr. Hanno Hochmuth vom Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam fragt nach den historischen Voraussetzungen für die Gentrifizierung der beiden Altbauviertel. Er untersucht die geteilte Geschichte Friedrichshains und Kreuzbergs am Beispiel des Wohnens, der Kirche sowie des Vergnügens und zeigt, wie der „Kiez“ in Ost und West erfunden wurde.
Lesung und Diskussion – moderiert von Erika Hausotter, Archiv FHXB Museum.

Hanno Hochmuth
Portrait Hanno Hochmuth
Stralauer Dorfkirche, Foto: Michael Lindner
Stralauer Dorfkirche, Foto: Michael Lindner

Montag, 30. Oktober 2017, 16:00 Uhr

Eröffnung Ausstellung und Geschichtspfad: Auf, lasset uns nach Stralau gehn – Die Geschichte der Halbinsel Stralau  l  Stralauer Dorfkirche, Tunnelstraße 5-11, 10245 Berlin

Die Halbinsel Stralau, zwischen Treptow und der Rummelsburger Bucht gelegen, hat eine ebenso wechselhafte wie lange Geschichte, die vielen Berlinerinnen und Berlinern völlig unbekannt ist. Archäologische Funde reichen zurück bis in die Jungsteinzeit, der Stralauer Fischzug war zeitweise das größte Volksfest in der Region. Bekannte Persönlichkeiten wie Theodor Fontane und Karl Marx genossen die ländliche Ruhe des so nah am Zentrum Berlins gelegenen früheren Fischerdorfs. Die Dauerausstellung in der Stralauer Dorfkirche gewährt anhand ausgewählter Themenfelder einen Einblick in die Stralauer Vergangenheit von der Frühgeschichte bis heute und präsentiert ausgewählte Exponate archäologischer Ausgrabungen. Der Geschichtspfad macht parallel dazu historische Orte auf der Halbinsel mit Informationsstationen wieder sichtbar, wie die Einfahrt des zugeschütteten Spreetunnels zwischen Stralau und Treptow oder die ehemaligen Fabrikanlagen der Stralauer Glaswerke und der Engelhardt-Brauerei.
Ein Kooperationsprojekt des Fördervereins Stralauer Dorfkirche e.V. und des FHXB Museums, gefördert aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie

Dienstag, 7. November 2017, 20:00 Uhr

Filmabend  l  Dachgeschoss FHXB Museum

Tausend Küsse. Eine Liebesgeschichte quer über den Atlantik, Animationsfilm Brasilien 2017
Sie waren ein junges Paar: Moses war Pole, Natalia war Deutsche und mit dem Aufstieg Hitlers musste Moses nach Rio de Janeiro fliehen. Briefe waren seine einzige Möglichkeit Natalia doch noch zu überzeugen ihm in sein neues Leben zu folgen. Diese Briefe, die Moses liebevoll mit dem Abschiedsgruß „tausend Küsse“ beendete, erzählen eine zeitlose Liebesgeschichte.
Der neue Film von Regisseur Richard Goldgewicht, zu dessen Arbeiten u.a. die  Kurzfilme Pablo (2013), Gameplay (2014) und der in Kürze erscheinende Send her my Love (2018) zählen, feiert im FHXB Museum seine Europapremiere.

Café Nagler, Dokumentarfilm Israel 2016
Das Café Nagler am Moritzplatz war in den 1920er Jahren einer der aufregendsten Orte in ganz Berlin! Das jedenfalls hat die junge israelische Regisseurin Mor Kaplansky, eine Nachkommin der Naglers, ihr Leben lang in ihrer Familie gehört. Sie reist nach Berlin, um einen Film über die Geschichte des Cafés zu drehen. Doch dort, wo früher das Nagler stand, scheint niemand etwas zu wissen.

Eine Begleitveranstaltung zur Sonderausstellung Öffnet internen Link im aktuellen FensterLetters of Stone – Das Schicksal einer jüdischen Familie in Berlin, Eintritt frei.


Donnerstag, 16. November, 2017, 19:30 Uhr

„Jetzt ist die Zukunft von gestern“ (#13)  l  Dachgeschoss FHXB Museum

Arndt Beck: „Helmut J. Psotta - ein Grenzgänger“
Am 9. November 2017 hätte der Künstler Helmut J. Psotta (1937–2012) seinen 80sten Geburtstag gefeiert. Trotz einer bewegten Biografie, die ihn unter anderem schon in frühen Jahren nach Südamerika führte, blieb er Zeit seines Lebens ein weitgehend Unbekannter. Mit der Künstlergruppe „Grupo Chaclacayo“ kam er 1989 erstmals nach Kreuzberg, als er mit ihr die legendäre „Todesbilder“-Ausstellung im Künstlerhaus Bethanien bestritt. Von 1999 bis etwa 2007 erarbeitete er (gemeinsam mit Arndt Beck) den Berliner Fotoessay „Autopsie 2000 – Stillstand der Geschichte“ und lebte bis zu seinem Ende in einer kleinen Wohnung am Görlitzer Park. Wir erinnern an einen großen Künstler, den es erst noch zu entdecken gilt.
Moderation: Erik Steffen

Helmut J. Psotta
Helmut J. Psotta


Donnerstag, 23. November 2017, 19:30 Uhr

KAZIM, WIE SCHAFFEN WIR DAS?

Lesung und Diskussion mit Kazım Erdoğan

Moderation: Wolfgang Lenk. Eintritt frei!

Kazım Erdoğan ist Psychologe und ohne Frage einer der kenntnisreichsten „Integrationsexperten“ in Berlin. Seit 2007 leitet er die deutschlandweit erste Selbsthilfegruppe für türkischsprachige Männer, die als „Väter- und Männergruppe“ bekannt ist.

Diese Gruppe trifft sich einmal pro Woche, um über Themen wie Gewalt, Teilhabe, Toleranz, Sexualität und Suchtproblematiken zu diskutieren. Die Männer, denen Kazım immer auf Augenhöhe begegnet, hatten als Söhne zumeist autoritäre, schlagende Väter und schlagen heute selbst als Väter, sie sind kaum in den Arbeitsmarkt integriert, fühlen sich in ihrer „Ehre“ verletzt, ihre Frauen haben sich von ihnen getrennt.

Ziel der Gruppenarbeit ist die Stärkung des gelingenden Zusammenlebens zwischen Menschen unterschiedlicher ethnischer, religiöser und sozialer Herkunft, die Stärkung des Austauschs über Frauen- und Kinderrechte und gemeinsame Aktivitäten für eine gewaltfreie und demokratische Familie und Gesellschaft.  

Die Lesung wird sehr konkret veranschaulichen, wie „maskulinistische“ Lebensentwürfe  tradiert werden, in welche Sackgassen sie führen und wie unter diesen Umständen dennoch ein Neustart des Lebens gelingen kann.

Mit seinem gemeinnützigen Verein „Aufbruch Neukölln“ hat Kazım viele weitere Projekte auf die Beine gestellt:  zum Beispiel die „Woche der Sprache und des Lesens“, in der Kinder und Jugendliche mit Spiel und Spaß ihre sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten entdecken.

Die Veranstaltung wird auch Raum für viele Fragen geben, die mit den unerledigten Aufgaben der Integrationspolitik hierzulande zu tun haben. Denn wir können nicht von Menschen sprechen, die sich „bis heute nicht ganz zugehörig fühlen“, ohne uns selbst zu befragen, wie Teilhabe, Chancengleichheit und Antidiskriminierungspolitik erfolgreicher gestaltet werden können.

 

Eine Veranstaltung des Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung in Kooperation mit dem FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum.

Diese Veranstaltung wird realisiert aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.

 

Logo von We are born free Radio

Sonntag, 26. November 2017, 18:00 Uhr

Live-Radiosendung von WeAreBornFree  l  2. Etage FHXB Museum

Heute wird aus dem Friedrichshain-Kreuzberg Museum eine Live-Radiosendung von WeAreBornFree ausgestrahlt, in der über antiafrikanischen Rassismus, Arbeitsmöglichkeinen für Geflüchtete, einschließlich der Tätigkeit als Park-Drogenhändler, diskutiert wird. WeAreBornFree ist ein Kollektiv aus Flüchtlingsaktivisten, das eine wöchentliche Radiosendung produziert und sich in Zusammenarbeit mit dem Landesverband Kinder- und Jugendfilm Berlin (KIJUFI) e.V. medienpädagogisch engagiert.
Moderatorin: Diana McCarthy – Reboot FM Gründerin
WeAreBornFree: Öffnet externen Link in neuem Fensterwer.oplatz.net/httpssoundcloud-comrebootfm2016-03-17-we-are-born-free-2/
KIJUFI: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.kijufi.de/
Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.andereheimaten.website

Donnerstag, 7. Dezember 2017, 19:30 Uhr

„Jetzt ist die Zukunft von gestern“ (#14)  l  Dachgeschoss FHXB Museum

„Der DreckSack. Lesbare Zeitschrift für Literatur“. Mit Florian Günther (Hg.), Siebrand Rehberg und Überraschungsgästen
Seit 2010 erscheint der DreckSack vierteljährlich im Friedrichshainer Verlag Edition Lükk Nösens, im Oktober kam die 30. Ausgabe mit dem Kreuzberger Fotografen Siebrand Rehberg in die Welt. Mehr als 200 veröffentlichte Autor*innen, Fotograf*innen aus dem In- und Ausland, ein Lebensprojekt des Lyrikers Florian Günther, der in der DDR keine Möglichkeiten der Veröffentlichung hatte und auch danach ein Solitär blieb. Selbst die Presse blieb nicht unbeeindruckt: „Ein höchst lesenswertes Blatt.“ Der Freitag; „Die im Prinzip letzte lesbare Zeitschrift für Literatur.“  Junge Welt;„Literaturzeitschrift für die auch Häftlinge schreiben.“  Die Welt  
Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.edition-luekk-noesens.de/drecksack

Titelseite des Drecksack Nr. 30
Titelseite des Drecksack Nr. 30